1900-1946
1946-1970
1971-1986
1987-1996
1996-2006
Seite
2
Vereinschronik FV
Obereichstätt
Entwicklung
DER JAHRE 1946 -1970
Gründung FV Obereichstätt
Vereinsgründung und Mitglieder
Der
Fußballverein Obereichstätt wurde am 1. Mai 1946 gegründet. Die
Vereinsgründung ist in der Niederschrift über die Generalversammlung
schriftlich festgehalten worden.
Erster
Vereinsvorsitzender war somit Paul Kluy sen., dem Max Bierfreund (angeblich
bei Fam. Margraf beschäftigt) als 2. Vorsitzender, Ludwig Kätzelmeier als
Schriftführer und Georg Rumpf als Kassier zur Seite standen.
Nicht
mehr feststellbar ist leider, wer die restlichen 21 Versammlungsteilnehmer
waren und wer von ihnen dem Verein als Gründungsmitglied beigetreten ist. Als
Gründungsmitglieder können aber zumindest jene Mitglieder angesehen werden,
die nur 3 Monate später, nämlich am 20. Juli 1946, nachweislich an einer
Generalversammlung (über deren Inhalt keine Aufzeichnungen vorliegen)
teilgenommen haben. Neben den 4 Vorstandsmitgliedern waren dies:
Alfred
Adametz Georg
Hörner Karl Müller
Georg
Scholz Adolf
Baier Lorenz Jobst
Xaver
Müller Albert Vielberth Johann
Bittl
Willi
Jobst Michael Neulinger Josef
Vielberth
Michael
Buckl Matthias Kätzelmeier
Alfons Neumeier
Hans
Waigl Josef Fürsich Emil
Kluy
Roman
Schefzik Karl Waigl Willi
Greiner
Karl
Kohl Erhard
Schlechte Franz Hörner
Karl
Merkl Wendelin Schneider
Von den
noch im Gründungsjahr 1946 beigetretenen Mitgliedern sind bekannt:
Franz
Adametz Josef Hartinger
Max Margraf
Max.Rußer Walter Anding
Otto Heimisch
Bonifaz
Merkl Josef Schneider
Franz Betz
Xaver
Heimisch Franz Merkl
Georg Stachel
Xaver
Biber Franz Jobst
Richard Muggenthaler
Karl
Vielberth Karl Buckl
Paul Kluy jun.
Max
Regler August Winhard
Leonhard Eberle
Matthias
Lang Josef Renn
Michael Fürsich
MichaelLang Karl Renn sen.
Xaver Greiner
Hans
Ludwig Karl Rußer
Niederschrift über die Gründungsversammlung des am 1. Mai
1946 gegr. Fußball – Vereins Obereichstätt.
Nachdem nach und nach ein Teil der sportbegeisterten Jugend
von Obereichstätt aus der Gefangenschaft in die Heimat zurückgekehrt war,
wurde von allen Seiten wieder eine allgemeine Sportbetätigung herbeigeführt.
Demzufolge wurde eine Versammlung für den 1. Mai verabredet, die dann zur
Gründungsversammlung des Fußballvereins Obereichstätt wurde.
Die Versammlung wurde von insgesamt 25 männlichen
Sportanhängern besucht. Als man sich auf den Zweck und die Ziele des Vereins
geeinigt hatte, wurde in geheimer Abstimmung jeweils einstimmig folgender
Vereinsausschuss gewählt:
Kluy Paul sen. I. Vorsitzender
Bierfreund Max II. Vorsitzender
Kätzelmeier Ludwig Schriftführer
Rumpf Georg Kassier
Der Vereinsausschuss hat sich den derzeitigen und künftigen
Mitgliedern des Vereins verpflichtet, sich entsprechend einzusetzen, damit die
Ziele und Aufgaben der inzwischen aufgestellten Satzungen jederzeit gewahrt
werden und der gegründete Verein bestrebt ist, die heranwachsende Jugend für
sich zu gewinnen, diese sportlich und im Gemeinschaftsgeist zu erziehen.
I. Vorsitzender
gez. Paul Kluy sen.
Mit Stand 31.12.1946 wurden dem Bayer. Staatsministerium für
Unterricht und Kultus insgesamt 65 Mitglieder unter folgender Aufschlüsselung
gemeldet: 30 aktive Mitglieder für die Sparten Fußball und Leichtathletik
sowie 35 passive Mitglieder mit folgender Altersschichtung: 6 - 13 Jahre:
Keine Mitglieder, 14 - 18 Jahre: 20 Mitglieder, über 18 Jahre: 45 Mitglieder
In der Folgezeit, etwa bis zur Währungsreform im Juni 1948
war die Mitgliederentwicklung zum Teil recht erheblichen Schwankungen mit
insgesamt leicht fallender Tendenz unterworfen. Etliche spät aus der
Kriegsgefangenschaft heimkehrende junge Männer traten dem Verein bei, andere,
meist Vertriebene und Ausgebombte, wanderten ab. Ende 1948 gehörten dem Verein
nur mehr 55 Mitglieder an, und zwar 15 Schüler, 15 Jugendliche und 25
Erwachsene. Dieser Stand gilt in etwa auch für die folgenden Jahre, jetzt
allerdings wieder leicht ansteigend.
Erwähnt sei ferner, dass der Verein vorübergehend auch
weibliche Mitglieder hatte. In der Niederschrift über eine
Mitgliederversammlung am 13.6.1947 sind davon namentlich genannt:
Irmgard Anding, Gertraud Bartag, Maria Beck, Maria Fürsich,
Zenta und Walli Hirschbeck, Rosa Schneider, Friedl Schöneweis, Lilo Schwarz,
Friedl Wöllner und Elly Wrusch.
Ihre Vereinszugehörigkeit bezog sich auf die Sparte
Leichtathletik, die allerdings allein schon wegen der fehlenden Einrichtungen
und Gerätschaften keine dauerhafte Zukunft haben konnte und deshalb nur für
kurze Zeit (etwa 1947) bestand.
Ein besonderes und zugleich auch zeitgeschichtlich
aufschlussreiches Kapitel der Vereinsgründung war wohl die Zulassung des neu
gegründeten Vereins durch die Behörden, insbesondere der amerikanischen
Besatzungsmacht. Zwei Genehmigungsverfahren lassen sich feststellen.
Zu einem ersten Genehmigungsantrag wurde der Verein mit
Schreiben des damaligen Sportbeauftragten beim Landratsamt Eichstätt, Hans
Denzinger (der auch ein maßgeblicher Funktionär beim VfB Eichstätt war) am
23.5.1946 aufgefordert. Neben den solchen Anträgen üblicherweise beizufügenden
Unterlagen waren vorzulegen:
eine vom Vorstand unterzeichnete Erklärung darüber, dass die
Organisation keine militärische oder vormilitärische Tätigkeit entfalten will
und keine aktiven früheren Nazis aufnimmt";
die Erklärung eines Offiziers der Militärregierung in
Eichstätt, dass die politischen Fragebögen (zur Entnazifizierung!) der
Vereinsleiter überprüft und "diese Persönlichkeiten" als Vereinsleiter
zugelassen sind.
Einem Anmahnungsschreiben vom 7.12.1946 ist zu entnehmen,
dass das Genehmigungsverfahren wegen bereits im Juli 1946 erfolgter
Veränderungen in der Vereinsführung erschwert und verzögert worden ist.
Bereits nach einem knappen Vierteljahr war 1. Vorstand Kluy
wegen Arbeitsüberlastung zurückgetreten und 2. Vorstand Bierfreund nach Berlin
verzogen.
Der Militärregierung wurden die Änderungen wie folgt
angezeigt:
Foot Ball Club
Obereichstätt, July 1946
List of the
Club Management
Ist Chairman: Michael Buckl,
Obereichstätt
Ilnd Chairman: Matthias Lang,
Obereichstätt
Treasurer: Georg Rumpf,
Obereichstätt
Scribe: Ludwig Kätzelmeier,
Obereichstätt
Ist (First)
Chairman Ilnd (Second) Chairman
Treasurer Scribe
1. Vorstand 2. Vorstand
Kassier
Schriftführer
Der Fußballverein Obereichstätt dürfte damit mit zu den
ersten nach dem Krieg gegründeten bzw. wieder gegründeten Sportvereinen im
Landkreis Eichstätt gehören.
Zu einem zweiten Genehmigungsverfahren kam es dann bereits im
darauf folgenden Jahr 1947. Anlass dazu gab die mittlerweile von der
Besatzungsmacht den deutschen Behörden erteilte Befugnis, Sportorganisationen
in eigener Zuständigkeit zuzulassen. Wiederum mit Schreiben des
Sportbeauftragten Hans Denzinger wurden alle Sportvereine im Kreis Eichstätt
beauftragt, "sich schnellstens um eine Lizenz zu bemühen", auch wenn eine
solche von Seiten der Militärregierung bereits schon bestehe.
Die Anträge waren u.a. mit folgenden Auflagen verbunden:
1. "Mitläufern" (Begriff aus dem Befreiungsgesetz) dürfen
leitende Funktionen (Vereinsausschuss)" nicht übertragen werden.
2. "Personen, die unter die Jugend- bzw. Weihnachtsamnestie
fallen, bedürfen zur Obernahme von Funktionen einer Ausnahmegenehmigung". Für
drei Mitglieder der amtierenden Vorstandschaft waren solche
Ausnahmegenehmigungen einzuholen (1 Fall mit Weihnachts- und 2 Fälle mit
Jugendamnestie).
3. Das Zulassungsgesuch ist von mindestens fünf Personen als
Bürgen zu unterzeichnen. Diese Bürgen waren Xaver Müller, Alfons Neumeier,
Michael Neulinger, Hans Pfefferle und Willi Jobst.
4. Beigefügt werden müssen die Spruchkammerbescheide für alle
Mitglieder der Vorstandschaft und die Bürgen.
5. "Eine Erklärung des Vereinsvorstandes, dass er sich
verpflichte, Hauptschuldige, Belastete und Minderbelastete im Sinne des
Befreiungsgesetzes nicht als Mitglieder in den Verein aufzunehmen."
Die Erklärung wurde am 3.9.1947 von Karl Strobel abgegeben.
6. Die Erklärung von drei politisch vollkommen unbelasteten
Personen (die nicht zugleich Bürgen sein sollen), "dass alle jetzigen und
künftigen Mitglieder politisch vollkommen einwandfrei oder nicht mehr als
Mitläufer nach dem Befreiungsgesetz sind, und dass die Tätigkeit des Vereins
mit den demokratischen Zielen der Besatzungsmächte übereinstimmt, d.h. dass
sie weder umstürzlerisch noch militaristisch oder nationalsozialistisch ist
und in keiner Weise den Nationalsozialismus fördert."
Abgegeben wurde diese Erklärung ebenfalls am 3.9.1947 von
Michael Buckl, Johann Stark und Franz Tratz.
Die Lizenz, "sich im Kreis Eichstätt als Verein zu
organisieren" wurde vom Landratsamt Eichstätt am 7.11.1947 erteilt. In dem
Zulassungsschreiben wird der Verein ausdrücklich auf die strikte Einhaltung
aller Auflagen und die Folgen bei deren Nichtbeachtung (Suspendierung bzw.
Auflösung des Vereins durch die Militärregierung) hingewiesen.
Der alte Kassenbestand war 400,38 Reichsmark und der
Mitgliederbeitrag 225,50 Reichsmark. Der Fußball-Verein fängt mit einem
Gesamtbetrag von 625,88 Reichsmark seinen Neuanfang an.
Ein paar Ausgabeposten aus dem Jahr
1947 mögen interessant sein. Für ein Spiel am 6. April gegen
Ingolstadt-Ringsee wurden 114,60 Reichsmark bezahlt und 84 Reichsmark
eingenommen. Am 18. April wurde für die Reparatur von Fußballblasen 2,50
Reichsmark bezahlt. Beim Spiel gegen die Reserve des VfB in Eichstätt am 1.
Mai 1947 gaben die Zuschauer 86,50 Reichsmark an Eintrittsgeldern.
Zwei Paar Fußballschuhe kaufte der FV
am 14. Juli 1947 und zahlte dafür 55,50 Mark. Drei Ster Eichenprügel kosteten
17,50 Mark (31. Juli). Ein Schlagerspiel scheint die Begegnung mit Wellheim
vom 28. September 1947 gewesen zu sein, denn es gingen 147,32 Reichsmark ein.
Für den Schiedsrichter bei dem Treffen mussten 15,60 Mark berappt werden.
Für ein Einnahmeplus im November 1947
sorgte eine Spende von Xaver Schöpfel in Höhe von 50 Reichsmark. Für den
Kameradschaftsabend am 15. Dezember 1948 wurden 65,50 Mark ausgegeben und für
einen Prostet nach dem Spiel Solnhofen gegen Obereichstätt am 15. Dezember
1948 21,50 Mark. Ein warmer Regen für die Vereinskasse war ein Totozuschuß
von sage und schreibe 500 Mark, der am 23. Mai 1949 überwiesen worden war.
Dafür wurden postwendend vier Paar Fußballstiefel gekauft, die 148,50 Mark
kosteten.
In den
Annalen des Fußball-Vereins Obereichstätt findet sich erstmals eine
Niederschrift einer Generalversammlung am 30. Juli 1949. Dazu waren 31
Mitglieder gekommen. Wesentlichster Punkt war die Neuwahl des Vorstands, die
folgendes Ergebnis brachte: Vorsitzender Xaver Biber, zweiter Vorsitzender
Hermann Renn, Schriftführer Egid Vielberth, Spielleiter Paul Kluy, Kassier
Georg Rumpf, Zeugwart Bonifaz Merkl, Spielleiter Karl Strobl und Karl Renn.
Spielbetrieb
Als Mitglied des Bayer. Landessportverbandes gehörte der
Fußballverein Obereichstätt ab 1946 zum "Gruppenausschuss" (später in Bezirk
umbenannt) Weißenburg und war mit seiner ersten Seniorenmannschaft (weitere
Mannschaften existierten anfänglich noch nicht) in die dortige III. Liga
eingereiht, zusammen mit den Vereinen Dollnstein, Dietfurt, Mörnsheim,
Monheim, Rennertshofen, Röttenbach (bei Pleinfeld), Solnhofen, Stirn und
Wellheim. Der Verbandsspielbetrieb in dieser Liga wurde bereits Anfang Juli
1946 aufgenommen. Nur Monheim, Rennertshofen, Wellheim und Obereichstätt
(vermutlich am 28. Juli) begannen jeweils zwischen 3 und 5 Wochen später.
Dies geht aus einer Tabelle mit Stand 1.9.1946 hervor Der FVO
in seinen ausgebleichten schwarz-grau gestreiften Trikots (ohne
Vereinsaufschrift und ohne Rückennummern!) war damals mit 4 Siegen, 1
Unentschieden und 1 Niederlage, einem Torverhältnis von 21:10 und mit 9 : 3
Punkten Tabellenvierter (Tabellenführer mit 9 Spielen und 14:4 Punkten war
Dollnstein, Tabellenletzter war Dietfurt mit 4 : 14 Punkten.)
Leider sind nicht mehr alle Spieler bekannt, die von Anfang
an (und in den unmittelbar darauf folgenden Runden) zum Spielerkreis der 1.
Mannschaft gehört haben. Zu den ersten Spielern zählen:
Franz Adametz Franz Merkl
Xaver Müller
Erhard Schlechte Franz Hörner
Karl Merkl
Michael Neulinger Wendelin
Schneider Willi Jobst
Karl Müller Alfons
Neumeier Josef Vielberth
sowie von auswärts:
Michael Fürsich (Schernfeld), Georg Stachel (Wasserzell),
Willibald Nieberle (ESV Eichstätt), Leo Binder, Xaver Böll und Anton Pfaller
vom VfB Eichstätt, Vadovas Steponavicius und Stays Madzehiauskas, zwei
Exil-Balten aus dem UNRA- Lager Rebdorf (die später in die USA bzw. nach
Australien auswanderten). Aus späteren Zugängen (bis etwa 1948) sind noch
nachweisbar Bronius Meskauskas (genannt "Bruno" und ebenfalls UNRA-
Angehöriger), Johann Bittl, Eduard Fürsich, Erich Saalbach, Hans Hampel, Hans
Waigl, Rudolf Böhm, Rudolf Rindfleisch und schließlich Heiner Orthgieß, der
1948 als damaliger Lehrer in Obereichstätt zum FVO wechselte und bis dahin der
seinerzeitigen Meistermannschaft des VfB Eichstätt angehörte. Letzterer war
es schließlich auch, der als Spielertrainer einen geordneten Trainingsbetrieb
einführte und eine Schüler- und Jugendmannschaft aufbaute. (Es gab zwar vorher
schon in lockerer Form eine Jugendmannschaft und auch eine 2. Mannschaft, die
aber nur gelegentlich, meist zu Vorspielen der 1. Mannschaft antraten.)
Es mag heutzutage erstaunen, wie in der damaligen Zeit
überhaupt ein geregelter Sportbetrieb durchführbar war. Ein Jahr nach Ende
eines verheerenden Weltkrieges, wo es "hinten und vorne" an allem fehlte, wo
die Sorge und der Kampf um das tägliche Brot, um ein Dach über dem Kopf, um
Arbeit und Einkommen das Leben der Menschen bestimmte. Wie konnte man da noch
an Sport denken?
Zumal es keine gut ausgebauten Sportplätze und schon gar
keine Vereinsheime mit Duschräumen und Umkleidekabinen gab. Wo man schon
zufrieden war, wenn der Vereinswirt einen Trog mit kaltem Wasser
bereitstellte, in dem sich die 11 Spieler gemeinsam von Schmutz und Schweiß
befreien konnten. Vermögend war der Verein, der einen oder gar zwei Fußbälle
besaß (geschnürte Lederbälle, die sich bei Nässe in eiförmige und kiloschwere
Klumpen verformten und als solche bei Kopfbällen durchaus für eine
Gehirnerschütterung gut sein konnten), und glücklich jene Spieler, die ein
Paar ausgetretene Fußballschuhe ("Schläuche" im wahrsten Sinn des Wortes) ihr
eigen nennen konnten. Fahrten zu Auswärtsspielen waren beschwerliche
Tagesreisen, für die weder Auto noch Omnibus zur Verfügung standen.
Verkehrsmittel waren die Bahn mit ihren wenigen Zügen,
sperrmüllverdächtige Fahrräder und gelegentlich das "Milchauto" der Firma Lamm
aus Mörnsheim. Da es außer der "Öffentlichen" so gut wie keine Telefone gab,
war meist die Postkarte das einzige Verständigungsmittel zwischen den
Vereinen. Und trotzdem ging es! Im Folgenden sei an einige solcher "besonderen
Umstände" jener Zeit erinnert.
Im Rundschreiben des BLSV, Sparte Fußball, vom 25.11.1946
wird den Vereinen u.a. mitgeteilt:
Fußballschuhe
Wach langen Verhandlungen ist es gelungen, von der
Landesstelle die Genehmigung zur Herstellung von Fußballschuhen zu erhalten.
Die Verteilung der Schuhe erfolgt durch die Landes - Spartenleitung an die
Kreise auf Grund der bezogenen Spielerpässe. Die Kreise haben die Verteilung
dementsprechend an die Vereine durchzuführen.
Die Fabrikation der zugeteilten Mengen wird auf 1 Jahr
verteilt. Es können deshalb nicht alle Kreise bzw. Vereine gleichzeitig in der
zustehenden Gesamtmenge berücksichtigt werden, sondern die Belieferung erfolgt
durch Teilsendungen, Die Dringlichkeit des Bedarfes der einzelnen Vereine ist
durch den zuständigen Kreis festzustellen."
Sportbekleidung für Jugend
"Die amerikanische Militärregierung stellte u.a.
Fußballschuhe für Jugendorganisationen zur Verfügung. Die Verteilung wird
durch die Jugendausschüsse vorgenommen. Leider konnte bisher bei der
Verteilung die Einschaltung des Sportverbandes nicht erreicht werden, um den
tatsächlich sporttreibenden Jugendlichen eine Zuweisung von Fußballschuhen zu
sichern. Die lizenzierten Jugendgruppen wollen sich deshalb, wenn noch nicht
geschehen, sofort an den zuständigen Kreis- Jugendausschuss wegen Zuweisung
von Schuhen, Bällen usw. wenden. "Fußballhüllen und -blasen sind bisher noch
nicht zur Herstellung genehmigt worden.“
Ein entsprechender Antrag des Vereins im Jahr 1947 auf
Zuteilung eines Fußballes und 4 - 5 Paar Fußballschuhen hatte nur teilweise
Erfolg. In einem Antwortschreiben des Bezirksspielleiters Riedmayer,
Treuchtlingen, heißt es dazu u.a.:
"Dass Ihnen der Bezirksspielleiter über den Kreis keinen
Fußball besorgen konnte, geht es Ihnen nicht anders als allen anderen
Vereinen. Nachdem Sie noch einen spielfähigen Ball haben, rate ich Ihnen, den
jeweiligen Gegner zu ersuchen, als Reserve einen Ball mitzubringen."
Letzteres praktizierten z.B. die Vereine Dietfurt und
Monheim, die 1946 zu den auf ihren Plätzen stattfindenden Verbandsspielen
wissen ließen-.
Es wäre angebracht, wenn Sie einen Ball mitbringen könnten"
(Dietfurt) und "Ferner müssen wir Sie leider bitten, die nötigen Bälle
mitzubringen, da unsere sämtlichen Bälle augenblicklich in Reparatur sind und
infolge widriger Umstände bis zum Sonntag nicht fertig werden. " (Monheim)
Etwas mehr Glück hatte der Antrag bezüglich der
Fußballschuhe. Obwohl es zunächst geheißen hatte, dass die Fabrikation
vorübergehend eingestellt bzw. verboten worden sei, erhielt der Verein am
28.6.47 über das Sportgeschäft Wurzel in Weißenburg dann doch 2 Paar.
Mit Schreiben vom 8.11.1946 teilt der Fahrbereitschaftsleiter
beim Landratsamt Eichstätt mit, dass nach einer Anordnung des Bevollmächtigten
für den Nahverkehr in München Omnibusfahrten für Sportmannschaften nur bis zu
einer Entfernung von 20 km ausgeführt werden dürfen.
Die Hinfahrt zum Verbandsspiel in Rennertshofen am 8.9.1946
erfolgte mit dem Personenzug IngoIstadt Hbf ab 5.06 Uhr; Abfahrt in
Obereichstätt also gegen 5.45 Uhr!
Zu einer interessanten Vereinbarung (vermutlich mit
Milchfahrern der Fa. Lamm, Mörnsheim) kam es am 24. Juli 1946:
Bestätigung Die Unterzeichneten verpflichten sich, die
Spieler des Fußballvereins Obereichstätt am Sonntag, den 25.7.1948, nach
Beendigung eines Spiels von Mörnsheim bis Dollnstein mit einem Fahrzeug zu
fahren.
Obereichstätt, den 24.7,1948
gez. Hanrieder Josef gez. Langenmoser Josef
Ein Antrag an das Forstamt Eichstätt West, dem Verein
Stangenmaterial zur Einzäunung des Sportplatzes zu liefern, wurde wie folgt
abgelehnt:
«Ihrem schriftl. Gesuch v. 26.6.47 um Abgabe von 21 Stck.
25-30 cm starken Föhren-Zaunsäulen, 40 Stck., 8 m langen Querriegeln und 180
Stck. 6-7 m langen Derbstangen bedaure ich, nicht entsprechen zu können, weil
das Forstamt wie übrigens jeder Waldbesitzer infolge der heute
außergewöhnlichen Holznot, Derbnutzholz (also alles über 7 cm starke Holz) nur
mehr gegen Holzeinkaufscheine oder Holzbezugs- Genehmigungen abgeben darf und
bei Nichtbeachtung dieser strengen Vorschrift sich strafbar machen würde.
Aus diesem Grunde musste das Forstamt leider schon sehr viele
ähnliche Gesuche um Abgabe von Zaunmaterial auch für Kleingärten, Weiden usw.
abschlägig verbescheiden, trotz der damit eventuell verbundenen nachteiligen
Auswirkungen für die Volksernährung.
Wenn Sie freilich Rundholzeinkaufscheine dafür vorlegen
könnten, ist das Forstamt bereit und in der Lage, das benötigte Zaunmaterial
abzugeben. Ich glaube aber bestimmt, dass Sie für Einzäunung von Sportplätzen
solche Einkaufscheine kaum erhalten können, nachdem der doch ungleich
wichtigeren Ernährungswirtschaft - bedingt durch die ungeheuere Holznot -
keineswegs mehr ausreichend Rechnung getragen werden kann. Holz ist eben auch
zur ganz seltenen Mangelware geworden in der heutigen Zeit. "
gez.: Nüßler
So konnte der Sportplatz seine erste Einzäunung
einschließlich eines hangseitigen Ballfanges erst 1949 erhalten. Dies war in
erster Linie Karl Strobel zu verdanken, der von seinem Arbeitgeber, dem
Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Ingolstadt das benötigte Rohrmaterial (450
kg Rohre zum Preis von 54 RM!) organisieren und vom BLSV aus Mitteln des
Fußballtotos einen Baukostenzuschuss von 500 DM locker machen konnte.
Eine Besonderheit anderer Art waren seinerzeit auch die
zahlreichen Spielangebote fremder Vereine, insbesondere aus dem Nürnberger
Raum. Ihre Bereitschaft, in ländlichen Gebieten "gerne" Freundschaftsspiele
austragen zu wollen, hatte aber wohl weniger sportliche, als vielmehr
"ernährungswirtschaftliche" Hintergründe. So bot sich der Sportverein
Unterreichenbach an, über die beiden Osterfeiertage 1947 nach Obereichstätt zu
kommen, doch müsste der gastgebende Verein für Quartier und zusätzliche
Verpflegung sorgen. Auch dem Turnerbund St. Johannis 1888 Nürnberg und dem FC
Eintracht Nürnberg lag daran, "freundschaftliche Sportbeziehungen"
aufzunehmen. Dem Wunsch folgte aber gleich die Bitte um Verpflegung für 18 -
20 Personen.
SpVgg Wellheim gegen FC Obereichstätt 2
: 5 (1 : 4): Dies ist die erste Nachricht die vom Fußballverein Obereichstätt,
die sich im "Donau Kurier, Neue Zeitung für Ingolstadt und die Kreise Aichach,
Eichstätt ,Pfaffenhofen, Riedenburg und Schrobenhausen" findet. Es war auf
Seite 7 der Ausgabe 67 vom Dienstag, 30. Juni 1946, als letzte Zeile der
Rubrik "Sport und Spiel. So eindeutig freilich haben die Obereichstätter in
ihrer vierzigjährigen Geschichte nicht immer gewonnen; doch die nächste
Sportnachricht vorn 30. August 1946 liest sich noch besser: FC Dietfurt gegen
FV Obereichstätt 0 : 6 (0 : 4).
Eine 2. Verbandsrunde wurde im Zeitraum vom 10. 11. 1946 bis
18.5.1947 durchgeführt. Die III. Liga war jetzt in eine Nord- und Südgruppe
unterteilt. Obereichstätt gehörte zusammen mit Dollnstein, ESV Eichstätt II,
Langenaltheim, Mörnsheim, Pappenheim II, Solnhofen und Wellheim der Südgruppe
an. Der FVO hat diese Runde aber nicht zu Ende gespielt. Gründe hierfür sind
nicht bekannt. In einer Tabelle vom 16.3.1947 heißt es nur: "Obereichstätt und
Pappenheim II sind von den Verbandsspielen zurückgetreten".
Gleichwohl wurde Torwart Wendelin Schneider in eine
Kreisauswahlmannschaft berufen, die am 28. Juni 1947 vor 1500 (!) Zuschauern
in Eichstätt ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des VfB Eichstätt
zugunsten der Flüchtlinge bestritt, das die Stadt-Elf mit 2 : 1 gewann.
Im Zeitungsbericht hieß es über Schneider: "Nicht zu
vergessen sind die guten Leistungen des Schlussmannes, der sich durch seinen
zähen Einsatz und sein schnelles Reaktionsvermögen würdig in diese Abwehr
einschließt."
Ab der Verbandsrunde 1947/48 wurden die Bezirksliga I (heute
A-Klasse) und die Bezirksliga II (heute B-Klasse) mit einer Nord- und
Südgruppe eingerichtet.
Der Bezirksliga I gehörten an: Berolzheim, SV Eichstätt
(ESV), Ellingen, Gunzenhausen, Ottingen, Pappenheim, Pleinfeld, Rennertshofen,
Solnhofen, ESV Treuchtlingen Res. und Weißenburg.
Die Bezirksliga II, Gruppe Nord bildeten: Altenmuhr,
Gunzenhausen II, Gunzenhausen III, Ottingen II, Pleinfeld II, Stirn,
Weiboldshausen und Weißenburg II .
Zur Bezirksliga II, Gruppe Süd zählten: Dietfurt, Dollnstein,
SV Eichstätt II, VfB; Eichstätt Res., Langenaltheim, Mörnsheim, Obereichstätt,
Pappenheim II, Rennertshofen II und Wellheim.
Auch diese Meisterschaftsrunde stand für den FVO unter keinem
allzu günstigen Stern. Am 7.12.1947 stand die Mannschaft nach 15 Spielen (also
3 Spiele vor Rundenschluss) mit je 7 Siegen und Niederlagen sowie 1
Unentschieden auf dem 5. Tabellenplatz (bei einem Torverhältnis von 29: 35 und
15 : 15 Punkten).
Trotz dieses an und für sich befriedigenden Mittelplatzes
schlitterte der Verein nun in eine ernste Krise, die offenbar durch das
Verbandsspiel in Mörnsheim am 30.11.1947 ausgelöst worden ist. Bei diesem
wahrscheinlich verlorenen Spiel hat ein in der 2. Spielhälfte mehr nach den
Zureden der Mörnsheimer Vereinsanhänger und weniger nach den Bestimmungen
pfeifender" Aushilfsschiedsrichter drei Obereichstätter Spieler vom Platz
gestellt. Außerdem sollen auf Mörnsheimer Seite zwei gesperrte Spieler
mitgewirkt haben. Obereichstätt fühlte sich "verschaukelt."
Vor diesem Hintergrund kam es am 2.12.1947 zu einer
Spielerversammlung, in der man folgenden Beschluss fasste:
"Aufgrund der allgemeinen Unstimmigkeiten innerhalb der
B-Klasse des Bezirks und im besonderen der Gegebenheiten des Spieles Mörnsheim
- Obereichstätt am 30.11.1947, wird die Runde abgebrochen. Der Verein besteht
gem. Vereinbarung bis zum Ablauf des Geschäftsjahres (3 1, Juli 48).
Sportgerät wird beim Vereinsgerätewart Merkl sachgemäß aufbewahrt.
gez. Strobel
Dieser Beschluss wurde am 5.12.1947 der Bezirksspielleitung
in Treuchtlingen mitgeteilt, ergänzt allerdings um die weitergehende
Begründung,
« dass wir bezüglich der Bälle größte Schwierigkeiten haben.
Unser Antrag.... (auf Zuteilung von Bällen) konnte nicht berücksichtigt werden
und somit haben wir nunmehr einen einigermaßen spielfähigen Ball.
Der Rückzug aus dem Pflichtspielbetrieb wurde, wie nicht
anders zu erwarten sein konnte, von der Bezirksspielleitung abgelehnt. Ob die
restlichen drei Verbandsspiele dann noch zur Ausführung gelangten, ist nicht
bekannt.
Fest steht nur, dass die Mannschaft zum nächsten Spiel am
7.11.1947 in Dollnstein nicht angetreten ist und das Spiel mit X : 0 für
Dollnstein gewertet wurde. Eine Folge der Einstellung des Spielbetriebes war
dann u.a. auch der Wechsel von Torwart Schneider zum SV Eichstätt (bis zur
Wiederaufnahme des Spielbetriebes 1948).
In der außerordentlichen Generalversammlung am 24.1.1948
wurde der Beschluss vom 2.12.47 bestätigt und darüber hinaus sogar die
Auflösung des Vereins beschlossen. Im Abmeldeschreiben an den BLSV hieß es
dazu:
Weil wir infolge unserer geringen Einwohnerzahl nicht in der
Lage sind, aktiven Sport zu betreiben. Somit bitten wir dass wir ab 1. 2.1948
nicht mehr als Fußball- Verein Obereichstätt geführt werden. "
Soweit kam es dann aber doch nicht. In der nur 4 Monate
später (am 27.5. 1948) abgehaltenen und von 43 Mitgliedern besuchten
außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Beschluss vom 24.1.1948 "mit
Stimmenmehrheit' wieder aufgehoben und festgelegt:
"Der Fußball- Verein Obereichstätt bleibt mit den gleichen
Zielen bestehen.“
In der gleichen Versammlung wurden die zwischenzeitlich
zurückgetretenen Mitglieder der Vorstandschaft Karl Strobel (l. Vorstand),
Michael Buckl (2. Vorstand) und Franz Merkl (Schriftführer) bis zur nächsten
ordentlichen Wahl ersetzt durch Xaver Biber, Hermann Renn und Egid Vielwerth.
Die Wiederanmeldung des Vereins beim BLSV und beim Bezirk Weißenburg erfolgte
am 1.6.1948. Damit waren der Fortbestand des Vereines und die Wiederaufnahme
des Spielbetriebes in der Verbandsrunde 1948/49 gesichert, zumal in der am
21.8. 1948 stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung 35 Mitglieder
folgender Vorstandschaft überzeugend ihr Vertrauen bekundeten:
1. Vorstand: Xaver Biber, 2. Vorstand: Hermann Renn,
Schriftführer: Egid Vielwerth, Kassier: Georg Rumpf, Spielleiter: Karl Strobl
Zeugwart: Bonifaz Merkl.
Die Verbandsrunde 1948/49 wurde in der B-Klasse, Gruppe Süd
ausgetragen von den Mannschaften Dietfurt, Dollnstein, SV Eichstätt, VfB
Eichstätt Res., Mörnsheim, Obereichstätt, Pappenheim I, Schernfeld, Solnhofen
und Wellheim. Dazu liegen aus der Vorrunde noch die folgenden Ergebnisse vor:
Mörnsheim Obereichstätt 1 : 2
Obereichstätt Schernfeld 4 : 2
Obereichstätt Solnhofen 2 : 3
Dollnstein Obereichstätt 2 : 0
Obereichstätt VfB Eichstätt 4 : 1
Obereichstätt SV Eichstätt 2 : 2
Dietfurt Obereichstätt 1 : 4
Obereichstätt Pappenheim 1 : 5
Das Spiel Obereichstätt - VfB Eichstätt Res. am 29.8.1948 war
wegen des unmittelbar davor erfolgten Wechsels des VfB-Spielers Orthgieß nach
Obereichstätt, ein emotional stark aufgeheiztes Schlagerspiel besonderer Art,
das auch viele auswärtige Zuschauer angelockt hatte. Der eindrucksvolle 4 : 1
Sieg über den Stadtrivalen zeigte deutlich die damalige Spielstärke der
Mannschaft und wurde zu einem noch lange positiv nachwirkenden Ereignis.
Unter diesem Aspekt bietet es sich an, mit der folgenden
Wiedergabe der Nachbetrachtung zu diesem Spiel das Kapitel "Aus den Anfängen
des Fußballvereins Obereichstätt" zu schließen.
FV Obereichstätt
Montag, den 30. August 1948
Betreff: Gestriges Verbandsspiel gegen VfB Eichstätt, Res.
Der Verein dankt auf diesem Wege allen Sportfreunden und
besonders seinen treuen Anhängern für die gute moralische Unterstützung, die
sie unserer ersten Mannschaft bei dem gestrigen schweren Spiel geschenkt
haben. Sie haben damit nicht unwesentlich zu dem eindeutigen Sieg beigetragen.
Der Objektivität halber sei angeführt, dass die Reserve des
VfB mit 3 Mann Ersatz (für Mittelläufer Stigler, den Halbstürmer Schmid 11 und
dem Außenläufer Graubmann) spielen musste. Dafür stand ihnen aber der
Mittelstürmer der 1. Mannschaft (Kölle Max) zur Verstärkung zur Verfügung.
Andrerseits war auch unsere Mannschaft gezwungen, mit 3
Ersatzleuten anzutreten, denn Hampel ist leider für lange Zeit verletzt,
Müller Karl ist erkrankt und Vielberth leidet an einem beruflichen Unfall. An
dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial gemessen, waren die Chancen für
beide Mannschaften also ziemlich gleich.
Wir geben in den folgenden Zeiten den Spielbericht wieder der
vom VfB Eichstätt in seinem Vereinskasten am Hotel "Adler" über das gestrige
Spiel veröffentlicht wurde. Wir überlassen es dabei vollkommen den Lesern,
sich ein entsprechendes Urteil über diesen Bericht zu bilden, den wir
selbstverständlich wörtlich wiedergeben.
(Verfasser wahrscheinlich H. Orthgieß)
FV Obereichstätt - VfB Eichstätt res.
4.- 1 (3: 0)
In der Vorschau wurde berichtet: Wenn sich die Reserven voll
einsetzen und die Leistungen zeigen wie in den vergangenen Spielen, wird die
Orthgieß-Mannschaft zu keinem Punkt kommen. Es kam aber anders. Die
Orthgieß-Mannschaft hat bei diesem Spiel gezeigt, dass sie etwas gelernt hat.
Sie hat sich voll eingesetzt und konnte ein besseres Stürmerspiel vorführen.
Jedenfalls hat sie verdient gewonnen.
Bei den Reserven fehlten Schmid, Graubmann unrl Stigler Es
soll aber keine Entschuldigung sein,' denn was die Reserven zeigten, war
alles, nur kein Spiel. Hinzu kommt noch, dass sich Beilner (Anmerkung: Der
Torwart) 2 grobe Schnitzer leistete, die zu 2 Toren führten. Ohne Training
geht es eben nicht und das müssen sich die Leute merken. Auch ist bei einem
Mannschaftskampf nicht angebracht, dass einige Spieler am Sonnabend ihre
Nachtruhe vermissen.
Das Spiel:
Das Spiel war in den ersten 15 Minuten ausgeglichen. Ein
schöner Kopfball von Kölle ging an die Latte. Bei einem Gegenstoß konnte der
Mittelstürmer von Obereichstätt über den herauslaufenden Beilner zum 1 - 0
einsenden. In der 23. Minute wurde ein Handelfmeter zum 2: 0 verwandelt. Die
Grünweißen (VfB) erzielten im weiteren Verlauf einen Lattenschuss. Sie hatten
sichtlich Pech. In der 40. Minute konnte Obereichstätt auf 3: 0 erhöhen.
Nach dem Wechsel war das Spiel ausgeglichen. Durch einen
weiteren Fehler von Torwart Beilner kamen die Obereichstätter in der 62.
Minute zum 4 - 0. Ein schöner Schuss von Waldmüller ging an die Latte, der
Nachschuss wurde abgewehrt. Die Grünweißen zogen nun mächtig los, doch konnte
sich die Fünferreihe nicht durchsetzen. Erst in der 78. Minute gelang es
Model, der auf Rechtsaußen durchgegangen war den Ehrentreffer zum 4.- 1
anzubringen. Trotz weiterer Überlegenheit blieb das Spiel beim 4 : 1 für
Obereichstätt.
Schiedsrichter Merkl, Dollnstein, leitete gut.
In Obereichstätt wurden dank der
Einsatzfreude der Spieler, durch Trainingsfleiß, aber auch durch gute Trainer
doch häufig beachtliche Resultate erzielt. Immerhin befanden sich die
Rot-Schwarzen doch von 1951 bis 1967 in der B-Klasse Jura-Süd und ein Jahr in
der A-Klasse. In der vorliegenden Schrift, die ja auch Amüsantes zu Lesen
bieten soll, werden deshalb weniger die vereininternen Probleme aufgerollt,
sondern es sollen packende Spielberichte eine nette Jubiläumslektüre sein.
Zu einer schweren Auseinandersetzung
kam es im November 1950, in deren Folge der Fußballverein Obereichstätt mit
seinen sämtlichen Mannschaften einige Zeit für jeden Spielverkehr
disqualifiziert wurde. Im Protokollauszug heißt es wörtlich, "die Täter sind
bekannt, die Schiedsrichter Meyer überfielen und bewusstlos schlugen. Passiert
war das Ganze beim Treffen mit Pappenheim, das laut Gerichtsbeschluss mit 10 :
0 Toren für Pappenheim gewertet wurde. Die Vereinsleitung legte gegen das
Urteil Beschwerde ein und bezeichnete es "als ein großes Unrecht".
Insbesondere wurde bedauert, dass die Belästigung des Obereichstätter Torwarts
durch Pappenheimer Publikum geduldet worden war. Die Obereichstätter sahen
sich in ihrer Ehre schwer gekränkt. Als Beweis für faires Spielen legten sie
mehrere Briefe vor. So schrieb der Sportverein Eitensheim u.a.: "Wir
unterhalten seit dem Jahr 1946 sportliche Beziehungen zum Fußballverein
Obereichstätt. Es wurden sieben Freundschaftsspiele ausgetragen, die jedes Mal
in fairer und sportlicher Manier verlaufen sind. Wir können den
Obereichstättern das denkbar beste Zeugnis ausstellen".
Schon im August 1950 wurde der Vorstand
neu gebildet und Karl Strobel übernahm die Verantwortung. Im Spieljahr 1950/51
klappte es ausnehmend gut auf dem grünen Rasen. Die Obereichstätter wurden
ungeschlagen C Klassen-Meister mit der Bilanz von 40: 16 Toren und 23 : 1
Punkten. Der Sturm musste Gewaltiges geleistet haben.' Damit war natürlich der
Aufstieg in die B-Klasse klar. Am 27. Juli 1951 war wieder Generalversammlung
mit Neuwahlen. Vorsitzender wurde Paul Kluy, sein Vertreter Willy Jobst,
Schriftführer Paul Kluy junior, Kassier Josef Adametz, Spielleiter der 1.
Mannschaft Karl Hörner, der zweiten Mannschaft Franz Adametz, Gerätewart
Bonifaz Merkl, Beitragseinbringer Karl Klieber und Franz Wittmann.
Die Liste der Mitglieder des Fußball
Vereins Obereichstätt nach dem Stand vom 1. Februar 1951: Franz Adametz, Josef
Adametz, Georg Anding, Walter Anding, Xaver Biber, Karl Blahusch, Wilhelm
Bittl, Ludwig Fürsich, Josef Fürsich, Xaver Greiner, Anton Grimm, Willi
Greiner, Kaspar Hirschbeck, Anton Hirschbeck, Josef Hartinger, Hans Hartinger,
Hans Hampel, Anton Heimisch, Josef Helmschmidt, Georg Hörner, Karl Hörner,
Franz Hörner, Johann Hruschovsky, Willi Jobst, Matthias Kätzlmeier, Paul Kluy
(1.8.1896), Paul Kluy (9.11.1922), Paul Knopf, König, Michael Lang, Ludwig
Lutz, Max Müller, Karl Müller, Xaver Müller, Bonifaz Merkl, Andreas Merkl,
Franz Merkl, Max Margraf, Michael Neulinger, Heiner Orthgieß, Karl Renn,
Hermann Renn, Josef Renn, Franz Rumpf, Georg Rumpf, Josef Schneider, Wendelin
Schneider, Walter Schneider, Erhard Schlechte, Josef Stiegler, Victor Stumpp,
Andreas Strobel, Karl Strobel, Eduard Schöpfel, Hans Vielberth, Karl Vielberth,
Josef Vielberth, Albert Vielberth, Egid Vielwerth, Karl Waigl, Hans Waigl,
Josef Wechsler , Karl Weißmantel, Josef Thanner.
Jugendliche: Anton Beck, Adolf Fürsich, Horst Findeis,
Andreas Kraus, Franz Kolitsch, Karl Renn, Ludwig Renn, Werner Schöneweiss,
Ludwig Stangl, Michael Strauss, Hans Strobel, Karl Stumpp und Hans Vielberth.
Eine völlig neue Führungsmannschaft
bekam der FV Obereichstätt bei der Generalversammlung am 13. Juli 1952:
Vorsitzender Franz Adametz, zweiter Vorsitzender Hans Renn, Kassier Xaver
Müller, Spielleiter Wendelin Schneider, Schriftführer Franz Kolitsch,
Gerätewart Bonifaz Merkl, Beitragseinbringer Adolf Fürsich und Ernst
Helmschmidt. Schon ein Jahr später nahm Karl Hörner die Fäden in die Hand und
Max Müller wurde Spielleiter.
Nach verschiedenen Briefen mit
Fußballvereinen der engeren und weiteren Umgebung, mit Schiedsrichtern und
Verbänden kann man darauf schließen, dass den Obereichstättern beim Kampf um
das runde Leder immer wieder ihr Temperament durchging und es sogar zu
Handgreiflichkeiten kam. Auch die Zuschauer hielten zu ihrer Elf. So musste
der Fußballverein am 30. August 1953 eine Anweisung öffentlich bekanntmachen.
"In Zukunft darf während des Spiels kein Zuschauer mehr das Feld betreten,
auch wenn noch zu krasse Zwischenfälle vorkommen. Den Anweisungen der
Ordnungsleute ist strengstens Folge zu leisten. Man schützt dadurch erstens
den Verein, und zweitens sich selbst vor dem Bezirksgericht. "
Dem Kassenbuch lässt sich ohne weiteres
entnehmen, dass die Sportler nicht nur Fußballspielen, sondern auch recht gut
wirtschaften konnten. Meist konnte der Ausgleich des Etat hergestellt werden.
Doch 1955 kam der Vorstand nicht umhin, die Eintrittspreise, wenn auch
bescheiden, zu erhöhen. Nach einem Anschlag vom 7. März haben Männer 40
Pfennig, Damen 25 Pfennig und Jugendliche 20 Pfennig zu zahlen, wollen sie ein
Spiel verfolgen. Im übrigen verlangte der FV erst ab 1951 überhaupt feste
Eintrittsgebühren.
Zu den Auswärtsspielen reiste man damals mit der Eisenbahn,
auch der Schiedsrichter kam mit dieser zu den Heimspielen des FVO. Es kam
öfters vor, dass der Schiri nach gepfiffenem Spiel in der Hüttenschänke
einkehrte und den letzten Zug zu seinem Heimatort verpasste. So geschah es
auch am 28.03.1955, zur späten Stunde wurde der Schiri von einem Spieler mit
nach Hause genommen, wo er nächtigen konnte. Als er in der Frühe schlaftrunken
zum Zug ging, hatte mittlerweile die Ehefrau des Spielers einen gesunden
Jungen zur Welt gebracht, wovon der Schiri nichts mitbekam.
Wie schon erwähnt, machte das spärliche
Gras auf dem Spielfeld den Kickern Sorgen (und sorgte für manche Schrunde). Da
ärgerten sich die Aktiven nicht schlecht, als auch noch die Schafe und Kühe
das wenige Grün wegfraßen. So wandte sich der Verein an die Gemeinde, die möge
das Beweiden des Sportplatzes verbieten. Weiter soll der Rat untersagen, dass
Kies und Geröll vom Hang neben dem Sportplatz weggeschafft werde, da der Hang
dauernd nachrutsche (3. April 1955).
Bei einer vorweihnachtlichen Feier bekam der Fußballverein
Besuch vom Nikolaus der über jeden Funktionär "etwas wusste". Daraus ein paar
Auszüge. "Vorstand Karl Strobel ist der geborene Capo und hat die lockeren
Zügel wieder straffer angezogen. Sein Stellvertreter Willi Jobst ist
vornehmlich bei den gemütlichen Veranstaltungen zugegen, was aber nicht gegen
seinen rastlosen Einsatz spricht. Kassier Karl Merkl dürfte nach halbjähriger
Amtszeit allmählich mit seinen Hilfskassierern fertig werden. Spielleiter Karl
Hörner hat sich verrechnet: Er glaubte einen ruhigen Posten zu bekommen, hat
jetzt aber mehr Ärger denn als Vorstand. Ohne Hauptgerätewart und Ballwart
Faze Merkl geht gar nichts. Auch als Sanitäter ist er unentbehrlich. Martin
Lacker, Schriftführer und Berichterstatter für die Zeitung, verfolgt wegen
Zeitnot nicht immer die Spiele selbst, sondern lässt sich den Verlauf
erzählen."
Für den Samstag, 23. Juni 1956, war
Gemeinschaftsarbeit am Sportplatz angesetzt. Mit dem aufmunternden Satz "Und
nun alle frisch ans Werk, viele Hände machen ein schnelles Ende", wollte der
Vorstand halt eine gute Beteiligung erreichen.
An den Bayerischen Fußballverband
meldete der FV Obereichstätt am 20. Juli 1956 sechs Spieler mit dem Antrag auf
Erteilung des Jugendspielerpasses. Dies waren: Johann Weinzierl, Bernhard
Daum, Günther Weinzierl, Wendelin Schmidtmeier, Siegfried Bauer und Franz
Renn.
38 Mitglieder kamen zur
Generalversammlung am 17. Mai 1958 in die "Hüttenschänke". Der Vorstand dankte
den aktiven Spielern für ihren Einsatz, bedauerte aber auch, dass keine
Jugendmannschaft zammging". Die Wahl ergab: Vorsitzender Franz Kolitsch,
zweiter Vorsitzender Wendelin Schneider, Kassier Karl Merkl, Spielleiter
Erhard Schlechte, Schriftführer Xaver Müller, Jugendleiter Georg Rumpf,
Gerätewart Bonifaz Merkl.
Eine schlechte sportliche Bilanz musste
Franz Kolitsch bei der ersten von ihm geleiteten Generalversammlung am 30. Mai
1959 ziehen: Von 22 Verbandsspielen wurden nur vier gewonnen und vier gingen
unentschieden aus. Von neun Freundschaftsspielen entschieden die FVOIer fünf
für sich. Bei der Generalversammlung am 14. Mai 1960 berichtete der
Vorsitzende davon, dass die 1. Mannschaft den zehnten Tabellenplatz einnimmt.
An Veranstaltungen waren durchgeführt worden: Omnibusfahrt nach Salzburg, ein
Schafkopfrennen, und ein Faschingsball. Spielleiter Schneider verlangte, dass
ein Trainer verpflichtet werden müsste, um bessere Leistungen auf dem Feld zu
erzielen. Das Ergebnis der fälligen Wahlen: Vorsitzender Xaver Müller, sein
Stellvertreter Willi Jobst, Spielleiter Wendelin Schneider, Kassier Franz
Kolitsch, Gerätewart Bonifaz Merkl, Hilfskassier Josef Schneider, Jugendleiter
Willi Marx.
Schon besser sah der Bericht von Xaver
Müller bei der nächsten Hauptversammlung aus, sie war am 29. April 1961 in der
Hüttenschänke. Die erste Mannschaft war auf dem achten Platz, die Jugend gar
auf dem zweiten Tabellenplatz. Im Berichtsjahr waren 2164,53 Mark eingenommen
und 1829,71 Mark ausgegeben worden. Wesentliche Änderung an der Spitze der
Vereinsleitung war die Wahl von Andreas Kraus zum Vorsitzenden und von Ernst
Helmschmidt zu seinem Stellvertreter.
Im Spieljahr 1962/63 machte die
Jugendmannschaft des FVO von sich reden. Sie wurde Kreismeister und nahm sogar
an der mittelfränkischen Bezirksmeisterschaft teil, scheiterte dabei aber.
Unter Jugendleiter Hermann Vielwerth und Trainer Albert Böll waren die
Nachwuchsfußballer aus Obereichstätt 1963/64 Jugendmeister ihrer Klasse.
Aus dem Jahr 1966 ist eine
Bestandserhebung, angefordert vom Landessportverband Bayern, erhalten. Daraus
einige der interessantesten Angaben: Vereinsort Obereichstätt, Landkreis
Eichstätt, Einwohnerzahl 665, Hauptsportart Fußball, Mitglied beim BLSV seit
1946, Kinder bis 14 Jahren 1, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 9, Erwachsene
von 18 bis 21 Jahren 13, über 21 Jahren 75. Ergibt eine Gesamtmitgliederzahl
von 98 (ausschließlich männlich).
Die Spieleinnahmen ließen eigentlich
immer mehr zu wünschen übrig. Ein paar Zahlen aus dem Jahr 1960: 12. April
Spiel gegen Wasserzell 42,30 Mark; 8. Mai Spiel gegen Pappenheim 31,45 Mark;
1. Juni Spiel gegen Mörnsheim 33,90 Mark.
Vom Bayerischen Fußball-Verband
(München) bekam der FVO im Juni 1960 "in Anerkennung der Arbeit um den
Jugend-Fußballsport" zwölf Garnituren Spieltrikots. Die Vereinsfarben sind
weinrotes Trikot und schwarze Hose, die Ersatzgarnitur: blau/blau.
Im Jahr 1966 kam das "Aus" für die
Jugendmannschaft. Vorsitzender Ernst Helmschmidt musste melden: "Wegen akuten
Spielermangels sind wir gezwungen, die Jugendmannschaft für 1966 abzumelden".
Doch wenigstens gab es für die Erste Mannschaft 1967/68 große Erfolge. Sie
schaffte die Meisterschaft in der B-Klasse, der sie seit 1951 angehörte, und
stieg in die A-Klasse auf. Aber es kommt noch toller: In der doch recht hohen
Klasse wurden die Neulinge sogar Herbstmeister. Doch dann gab es empfindliche
Rückschläge: Spieler wanderten ab oder beendeten ihre Fußballerlaufbahn und in
der Rückrunde gewann der Herbstmeister kein Spiel mehr. Zum Verbleib in der
A-Klasse fehlte ein einziger Punkt.
Die wilden sechziger Jahre
Einen nicht mehr erreichten Höhepunkt hatte der FVO in den
sechziger Jahren. Dies bezog sich sowohl auf den sportlichen, wie auch auf den
gesellschaftlichen Bereich. Zu Beginn der sechziger Jahre reifte eine
Jugendmannschaft heran, die weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt
wurde.
Höhepunkt war, nach Erringung der Kreismeisterschaft, die
Teilnahme an der fränkischen Meisterschaft, gipfelnd mit dem Spiel gegen die
Jugend des 1. FC Nürnberg, die mit einigen späteren Bundesligaspielern antrat.
Dieses Spiel wurde zwar verloren, machte aber den kleinen Ort Obereichstätt in
der "großen Welt des Fußballs bekannt. So weigerte sich der 1 FC Nürnberg, in
Obereichstätt auf dem engen Platz anzutreten, so dass das Spiel in
Georgensgmünd stattfand.
Aus dieser Jugendmannschaft rekrutierte sich zum größten Teil
auch jene Mannschaft, die im Spieljahr 1966/67 die Meisterschaft der B-Klasse
errang und in die A-Klasse aufstieg, in der man auch auf Anhieb Herbstmeister
wurde. Leider zerfiel danach diese Mannschaft durch den Weggang einiger
Spieler, teils beruflich bedingt, teils sportlicher Art, so dass der Abstieg -
denkbar knapp- nicht zu vermeiden war. Bei den Spielen in der A-Klasse hatte
der FVO Zuschauerzahlen von 700 - 800 zu verzeichnen, mehr als der Ort
Obereichstätt Einwohner hatte. Selbst eingefleischte VfB ler kamen aus
Eichstätt.
Meistermannschaft der B-Klasse 1966/67:
Franz Renn, Bernd Daum, Siegfried Findeis, Ludwig Renn, Johann Bittl, Josef
Bittl, Alois Haunschild; Johann Kätzelmeier, Ernst Helmschmidt, Karl Hörner,
Herbert Resch; Willi Vielberth, Franz Kislik.
Auch in gesellschaftlicher Hinsicht tat sich in dieser Zeit
einiges. Bedingt durch die sportlichen Erfolge tat sich ein gewisses
Mäzenatentum auf. Die erfolgreichen Kicker brauchten sich zumindest um ihre
Zeche in der Hüttenschänke keine Gedanken machen. Diese wurde in aller Regel
von begeisterten Anhängern übernommen.
In dieser Mannschaft befanden sich einige Schüler und
Studenten, die dieses "Zubrot" dankbar begrüßten. Namen wie Willi "Url"
Greiner, "Faze" Merkl, Wilhelm Kohl, "Kuckuck" Marx, Walter Schneider, um nur
einige zu nennen, werden wohl in stetiger Erinnerung bleiben. Unvergessen sind
auch die Weihnachtsfeiern aus dieser Zeit, die in der übervollen
Hüttenschänke, die aus allen Nähten platzte, stattfanden, wie überhaupt in
jener Zeit die Hüttenschänke der Dreh- und Angelpunkt des gesellschaftlichen
Lebens im Ort war. Die damaligen Wirtsleute, Georg und Herta Aures sorgten für
ein angenehmes Klima, in dem der Sportverein - und auch der
Männergesangsverein - sich zu voller Blüte entfalten konnten.
In dieser Zeit wurden auch gemeinsame Ausflüge, die von der
ganzen Bevölkerung begeistert angenommen wurden, durchgeführt. Erinnert sei
hier nur an die Fahrten nach Nürnberg, wo einige FVOler hinter einer gewissen
Mauer versumpften, nach Flintsbach im Inntal oder nach Rüdesheim am Rhein.
Diese Fahrten wie auch die übrigen Veranstaltungen waren in dieser Zeit aus
dem gesellschaftlichen Leben des Ortes nicht wegzudenken. Meist endeten sie in
der Wohnung eines Sportkameraden, wo erst das Donnerwetter der Ehefrau
überstanden werden musste, bevor die Runde bis zum nächsten Morgen
durchfeierte. Ein Teil der mühsam antrainierten Kondition ging dabei wieder
flöten.
Mit dem Zerfall der damaligen A-Klassenmannschaft endeten
leider diese "wilden" sechziger Jahre und eine gewisse Normalität kehrte
wieder in das Vereinsleben ein.
Vorsitzender Georg Aures füllte für den
Bayerischen Landessportverband im Jahr 1970 die Bestandserhebung aus. Danach
waren keine Kinder in dem Verein, Jugendliche bis 18 Jahren vier, bis 21
Jahren zwölf und Erwachsene 43. Dies ergibt eine Gesamtmitgliederzahl von 59,
wobei keine Frau dazugehörte.
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